Produktgeschäft des E-Mobility-Startups „elvah“ verkauft
Dr. Gregor Bräuer, Insolvenzverwalter des Start-ups elvah GmbH, hat Teile von dessen Produktgeschäft an ein Unternehmen aus der E-Mobility-Branche verkauft. Damit bleiben relevante Technologie- und Datenprodukte des Start-up-Unternehmens erhalten. Das zu E.ON gehörende Softwareunternehmen hatte im März 2026 Insolvenz angemeldet.
„Die Veräußerung der Technologie- und Datenprodukte stellt sicher, dass ein wesentlicher Teil der innovativen Lösungen von elvah erhalten bleibt und unter dem Dach eines markterfahrenen Käufers weiterentwickelt werden kann“, betonte Insolvenzverwalter Dr. Gregor Bräuer von der Kanzlei Streitbörger. „Auch für die Gläubiger ist das ein gutes Ergebnis.“
Erwerber ist die chargecloud GmbH, ein europaweit tätiger Anbieter von Softwareanwendungen und datenbasierten Lösungen für Elektromobilität. chargecould übernimmt den elvah HUB, eine Plattform für Market Intelligence und datenbasierte Preisoptimierung sowie den elvah Lademarktreport, eine der führenden Marktanalysen im europäischen Ladeinfrastrukturmarkt für E-Mobilität. Gegenstand der Transaktion sind u.a. Softwareinfrastruktur, Quellcodes, Produktrechte und Datenbestände. Der operative Geschäftsbetrieb der elvah GmbH war bereits vor Abschluss der Transaktion im Wesentlichen eingestellt worden.
Die elvah GmbH entwickelt Daten- und Softwarelösungen für den Markt der Elektromobilität. Das Unternehmen wertet u.a. Informationen zu Ladepunkten, Preisen, Auslastung und Wettbewerb aus und stellt diese insbesondere Betreibern von Ladeinfrastruktur, Energieversorgern und Beratungsunternehmen zur Verfügung. Darüber hinaus fungierte die elvah GmbH als E-Mobility-Provider.
2023 wurde das Unternehmen in einem ersten Insolvenzverfahren von E.ON übernommen. Nachdem infolge der Kündigung eines wichtigen Kundenvertrags ein Großteil des Umsatzes weggebrochen war, musste das Unternehmen im März erneut Insolvenz anmelden. Insolvenzverwalter Bräuer führte den Geschäftsbetrieb zunächst fort und startete einen Investorenprozess. Jedoch fand sich kein Investor, der bereit war, den defizitären Geschäftsbetrieb zu übernehmen.