Das Traditionsunternehmen UMETA ist gerettet

Die Existenzkrise des Bielefelder Traditionsunternehmens UMETA hat ein gutes Ende genommen: Nachdem die im Dezember 2023 angemeldete Insolvenz des 1926 gegründeten und weltweit führenden Anbieters von Abschmiertechnik bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte, übernimmt nun die WIGGENtech GmbH das Unternehmen. Ein Großteil der Arbeitsplätze bleibt erhalten.

Die neue Gesellschaft firmiert als UMETA Germany GmbH & Co. KG. Den Insolvenzantrag hatte die alte UMETA Hermann Ulrichskötter Metallwarenfabrik GmbH & Co. KG am 5. Dezember 2023 gestellt, nachdem die Umsätze 2023 stark eingebrochen waren. Der vom Amtsgericht Bielefeld eingesetzte Insolvenzverwalter Dr. Yorck Tilman Streitbörger stabilisierte die Umsätze und beendete die Kurzarbeit. Es gelang, die Geschäfte im laufenden Insolvenzverfahren über mehr als sechs Monate hinweg erfolgreich fortzuführen. Auf der Suche nach einem Investor leitete Streitbörger ein Merger & Acquisitions-Verfahren ein. Nach intensiven Verhandlungen kamen drei Kaufinteressenten in die engere Wahl.

Der Insolvenzverwalter entschied sich mit Zustimmung des Gläubigerausschusses für die WIGGENtech GmbH aus Lippstadt. Der langfristig planende Investor hat nicht nur die Betriebsgesellschaft, sondern auch die Immobilie in Bielefeld-Ummeln erworben. Durch die übertragende Sanierung bleiben 79 der ursprünglich 87 Arbeitsplätze bei der UMETA erhalten. Für ausgeschiedene Mitarbeiter ist mit einer Auffanggesellschaft gesorgt.

Zu den Kunden der UMETA zählen weltweit führende Adressen des Maschinen- und Nutzfahrzeugbaus. Insbesondere die Schmiernippel des Unternehmens „Made in Bielefeld“ genießen weltweit einen hervorragenden Ruf.

Der Inhaber und Geschäftsführer der WIGGENtech GmbH, Dr. Michael Wiggen, übernimmt die Geschäftsführung der UMETA zum 1. Juli 2024. Die 2021 gegründete WIGGENtech GmbH liefert Verbindungselemente und Präzisions-Drehteile an internationale Kunden aus der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie, der Beschlagtechnik sowie dem Maschinenbau und der Elektronikindustrie.
„Mit Dr. Michael Wiggen“, so Streitbörger, „haben wir eine Top-Lösung für die UMETA gefunden.“ Der Unternehmer sei „ein vorzüglicher Branchenkenner mit langjähriger Erfahrung.“ Dr. Wiggen erklärte: „Die UMETA hat großartige Produkte, die das Angebot der WIGGENtech in Technologie und Herstellung sehr gut ergänzen. Darüber hinaus versprechen wir uns vom internationalen Vertriebsnetz der UMETA Umsatzzuwächse für beide Unternehmen“. Dr. Wiggen lobt Motivation und Engagement der UMETA-Belegschaft. „Das gesamte Team hat uns mit offenen Armen empfangen. Wir freuen uns schon darauf, in zwei Jahren gemeinsam das 100-jährige UMETA-Jubiläum zu feiern.“

Der scheidende Geschäftsführer der UMETA, Frank Maser – Enkel des Unternehmensgründers – wird als externer Vertragspartner den Vertrieb von UMETA-Produkten in Nordamerika übernehmen. Die UMETA of America, Inc. war von der Insolvenz der deutschen Muttergesellschaft nicht betroffen.